PIDA - SWEDEN 2009

Die schwedischen PIDA-Beiträge waren in diesem Jahr einfach Spitze

 

Mit einer Kundenveranstaltung und der Preisverleihung ging an einem regnerischen Maitag in Frövi der schwedische Packaging Impact Design Award (PIDA) zu Ende, der bereits zum fünften Mal von Korsnäs ausgerichtet wird. Bereits eine Woche später findet das französische Pendant – PIDA Frankreich – in Reims statt. Und im November setzt PIDA Deutschland den Schlusspunkt für dieses Jahr. Die Aufgabe an die Teilnehmer basiert in diesem Jahr auf der Erkenntnis, dass die meisten Kaufentscheidungen in den Geschäften selbst getroffen werden und dort die Konsumenten beeinflusst werden müssen. Pack & Display lautet daher das Motto des Wettbewerbs. Designstudenten aus unterschiedlichen Hochschulen und Universitäten waren dazu aufgerufen, eine Verpackung und ein Display für eine frei erfundene Marke für Schokolade oder ein Schönheitspflegeprodukt zu gestalten.

Vereinfachen, überraschen, verstärken
Eine klare und deutliche Botschaft brachte der diesjährige Hauptredner Lars Wallentin mit, ein bekannter Verpackungsprofi und ebenso geschätzter Entertainer: Vereinfachen, überraschen und verstärken. Um wahrgenommen zu werden, muss man sich von der grauen Masse unterscheiden. Und mit einer roten Clownsnase ging Lars Wallentin gleich selbst mit gutem Beispiel voran. Zu den anderen namhaften Mitwirkenden gehörten die Designer Sandra Planeta (Planeta Design), Bengt Bussler (Idéhuset) und Bo Wallteg (packnyheter.se und nord emballage), der eine Podiumsdiskussion zum Thema »Intelligente Verpackungen« leitete. Rund 130 Personen saßen im Publikum: Kunden, Markeninhaber, Designer, Designstudenten, Journalisten und Mitarbeiter von Korsnäs. Sie alle sorgten für eine gute Stimmung zwischen den einzelnen Abstimmungsrunden mit dem Mentometer, bei denen per Knopfdruck jeder seine Wahl treffen konnte.

 

Zusammenspiel entscheidet
Vor der Preisverleihung beeindruckten die Studenten Jury und Publikum mit der Präsentation ihrer Beiträge und ihren Darstellungen. Mancher vielversprechende Designer entpuppte sich dabei als wahres Schauspieltalent. Doch die Jury richtete ihr Augenmerk auf das Zusammenspiel zwischen Verpackung und Display, insbesondere den Einsatz von Formen, Farben und Kontrasten. Weiterhin wurden Wirkung (Packaging Impact), Material und Segment bewertet. Der amerikanische Briefkasten-Aufsteller für Unterwäsche erregte zwar jede Menge Aufsehen, erhielt aber nur eine lobende Erwähnung, da man sich bei der Auswahl des Produkts nicht an die Vorgaben gehalten hatte. Andere Beiträge wiederum setzen das vorgeschriebene Material nicht durchgängig ein.

 

Insgesamt kam eine Spitzenausstellung zustande, die zeigte, welches Potential an Kreativität und Vielfalt in den zukünftigen Designern steckt. Darum hat man sich entschlossen, die Wettbewerbsbeiträge auch im Zusammenhang mit anderen externen Veranstaltungen zu zeigen.

 

 

Zweiter Platz:
Brilliant – Parfüm im Baum

Die Jury: Ein Display das Eleganz und Exklusivität ausstrahlt. Die Verpackung hat eine faszinierende Form, die vielleicht nicht neu ist, jedoch das Weibliche und Luxuriöse sehr schön betont. Lässt sich ausstanzen, aber ist kompliziert in der Montage. Weckt die Neugierde und ein starkes Kaufbedürfnis.
/ Malin Östlund Norell, Linda Stolpe und Maja Kjellberg von Broby Grafiska aus Sunne

 

 

Dritter Platz:
Sunset – Schokolade

Die Jury: Eigenständiges Display, das mit Schwarz und Gold und einer subtilen Kombination aus matten und glänzenden Effekten spielt. Ansprechende Verpackung, die auch als Display benutzt werden kann. Die Verpackung folgt dem Trend und lockt zum Kauf, indem sie durch ein Sichtfenster die Schokolade präsentiert.
/ Petra Josefsson von Broby Grafiska aus Sunne

 

 

Lobende Erwähnung:
Adamas – der schwarze Diamant: Ein Parfüm für Männer

Die Jury: Die professionellste und am besten durchdachte Dokumentation, die die Jury seit langem gesehen hat. Berücksichtigt einfach alles: Druck, Produktion, Moodboard, Ergonomie, Materialauswahl ... Bei der Verpackungsherstellung ist leider zu viel Handarbeit notwendig.
/ Martin Lindbratt, Niklas Beinhoff und Pontus Sjöström von Nackademin aus Solna

 

 

Lobende Erwähnung:
Amiable – Lippenstiftverpackung mit einem magnetischen Display

Die Jury: Einfache und effektvolle Verpackungslösung mit Humor. Wird ganz sicher die jungen Mädchen ansprechen. Spitzenidee, die einen starken Eindruck hinterlassen wird.
/ Susanne Solberg von Mälardalens Högskola aus Västerås

 

 

Lobende Erwähnung:
Björn Bork – Briefumschlag und Briefkasten für Unterwäsche

Die Jury: Mal was anderes, und ein witziges Konzept. Diese Verpackung wird in einem Bekleidungsfachgeschäft ganz sicher nicht übersehen. Sehr gute Dokumentation.
/ Josephine Sörensen und Andréas Jonsson von Mälardalens Högskola aus Västerås

 

 

Und noch ein stark beachteter Beitrag:
Chokladica – Trinkschokolade für Erwachsene

Kreativer Entwurf. Schlichtes und modernes Design. Die Produktverpackung betont den erwachsenen Charakter des Getränks. Der Name »Chokladica« soll (für Schweden) darauf hinweisen, dass man diese Schokolade trinken kann.
/ Erica Meleno, Julia Losciale Hedlund, Kelly Brofall Hagström, Martina Carlsson von Nackademin aus Solna

Die Gewinner

Erster Platz: Mr & Mrs

Mr & Mrs – Kajalstifte mit klassischem Schminktischdisplay

Die Jury: Eine Verpackung, die wirkt und das Kaufverhalten stark beeinflusst. Fällt auf durch die Art der Produktpräsentation. Ist im Geschäft sicher nicht zu übersehen. Eine Kombination aus Transportverpackung und Display. Auf ganz elegante Art und Weise wurde hier die Aufgabe zu Verpackung und Display gelöst. Die Verpackungsproduktion wird keine technischen Schwierigkeiten bereiten. Das Design ist zeitgemäß und gleichzeitig emotional. Farblich sieht die Verpackung ein bisschen blass aus und hätte sicher durch den Einsatz von mehr Farbe gewonnen. Ein würdiger Gewinner, der alle Wettbewerbsanforderungen erfüllt.
/Hannes Pettersson, Stephanie Yrell und Carina Augustsson von Broby Grafiska aus Sunne